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Systematische Erziehungswissenschaft

Arbeitsbereich Systematische Erziehungswissenschaft

Der Arbeitsbereich für Systematische Erziehungswissenschaft wurde im April 2017 neu besetzt und wird gegenwärtig neu aufgebaut.

Als Teilbereich der Allgemeinen Erziehungswissenschaft beschäftigen uns grundlagentheoretische Frage- und Problemstellungen der Erziehungswissenschaft und ihrer Teildisziplinen und Bezugswissenschaften. Aus einer historisierend genealogischen und zugleich systematischen Blickweise untersuchen wir die Diskurs- und Machtgeschichte pädagogischen Denkens. Dabei geht es uns darum nachzuzeichnen wie diese Geschichte den Begriffen ebenso wie den Erziehungs- und Bildungsverhältnissen innewohnt und damit Grundannahmen und Konzepte auf ihren systematischen Zusammenhang, ihre Wirkungsweisen, sowie ihr kritisches und empirisches Potential hin zu befragen.

Neben grundlegenden historisch-systematischen Reflexionen erforscht der Arbeitsbereich gesellschaftliche Macht- und Herrschaftsverhältnisse, insbesondere im Rahmen der Subjektivierungsforschung, in der wir uns gegenwärtig im Kontext der governmentality studies und der poststrukturalistischen Praxeologie mit Praktiken des Prüfens und von Leistungszuschreibungen, mit Ungleichheit, Prekarisierung und Mutterschaft sowie mit Professionalisierungsprozessen auseinandersetzen. Wir beschäftigen uns mit den Potenzialen und Grenzen sowie mit Implikationen und blinden Flecken einer systematischen und empirischen Erforschung von Subjektivierung, wobei es uns darum geht das Verhältnis von Subjektivierung, Machtverhältnisse und Kritik auszuloten.

Daran anschließend gilt unser Forschungsinteresse der Erkenntnispolitik erziehungswissenschaftlichen Wissens. Einerseits wird dabei die Produktion erziehungswissenschaftlichen Wissens vor dem Hintergrund praxeologischer Ansätze zum empirischen Gegenstand – insbesondere im Bereich der Wissensproduktion der empirischen Bildungsforschung. Andererseits tritt das Verhältnis von Theorie und Empirie selbst in einer methodologischen Problematisierung in den Blick.

Eine solche problematisierende Empirie verstehen wir als unauflösbar verschränkt mit einer Arbeit am Begriff, sie wird als Reflexion kategorialer Zugriffe und damit als theorieentwickelnd begriffen. Mit dieser Perspektive sind daher Fragen nach den Möglichkeitsbedingungen von Erziehung und Bildung ebenso verbunden wie reflexiv-methodologische Fragen nach dem kategorialen und empirischen Zugriff auf ihre Gegenstände.

In der Lehre bietet der Arbeitsbereich Systematische Erziehungswissenschaft eine Auseinandersetzung mit eben diesen Themen in den Grundlagenmodulen der Bachelor- und Masterstudiengängen. Innerhalb unserer Veranstaltungen geht es um eine theoriegeleitete und systematische Problematisierung von und Auseinandersetzung mit Erziehungs- und Bildungsprozessen sowie pädagogischen Erfahrungen, Annahmen und Zielen. Die Seminare sollen in Praxen der Reflexion pädagogischen Denkens, den Werkzeugcharakter professionellen Handelns und in die Kritik pädagogischer Verhältnisse einführen. Der Arbeitsbereich ist darüber hinaus am grundlagenwissenschaftlichen Angebot für die Lehramtsstudiengänge beteiligt.

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