
Kontakt
Dipl. Päd. Diana Handschke
Telefon: +49-345-5523832 und -5521709
diana.handschke@paedagogik....
Franckesche Stiftungen Franckeplatz 1, Haus 6, 1. OG
Raum: 1.29 und Haus 31 (ZSB), U5
06110 Halle (Saale)
Postanschrift:
Dipl. Päd. Diana Handschke
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Institut für Pädagogik
06099 Halle (Saale)
Dipl. Päd. Diana Handschke-Uschmann
Arbeits- und Forschungsschwerpunkte
- sozialwissenschaftliche Kindheitsforschung - Hervorbringung von Kindheit(en) in modernen Gesellschaften, Normalität und Differenz von Kindheit(en)
- reflexive Übergangsforschung in Bezug auf den Übergang zwischen Kita und Grundschule
- (trans-)organisationstheoretische Perspektive auf Übergänge - Übergänge im Lebenslauf und Übergänge an der Schnittstelle von der Kinder- und Jugendhilfe und dem Bildungssystem
- Aufbau und Neuordnungen kommunaler Bildungslandschaften, insbesondere im Feld der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung
- sozialpädagogische und frühpädagogische Professions- und Disziplinentwicklungen
- (transorganisationale) Gestaltung des Felds Bildung, Erziehung und Betreuung
- qualitative Forschungsmethoden, insbesondere Ethnographie, reflexive Grounded Theory, Inhaltsanalyse
Kurzvita
seit 11/2024 | wissenschaftliche Mitarbeiterin des BMBF-Projekts "NeOBi - (Neu-)Ordnungen kommunaler Bildungslandschaften reflexiv gestalten. Zur riskanten gesellschaftlichen und schulischen Teilhabe von Kindern in peripheren Sozialräumen", Zentrum für Schul- und Bildungsforschung Martin-Luther-Universität Halle/ Wittenberg |
10/2024 - 02/2025 | Lehrauftrag an der FAU Erlangen-Nürnberg, Seminar: "Einführung in die Ethnografie" für BA/MA |
08/2024- 01/2025 | Durchführung der Evaluationsstudie des Landesmodellprogramms "Sprach-Kita" in Thüringen an der FH-Erfurt unter Leitung von Prof. Dr. Barbara Lochner |
10/2017 - 09/2024 | Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Pädagogik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in den Arbeitsbereichen Sozialpädagogik/Sozialarbeit sowie Sozialpädagogik mit dem Schwerpunkt Pädagogik der frühen Kindheit |
2016-2017 | Mitarbeit am Fachbereich Grundschulpädagogik und empirische Kindheitsforschung an der Universität Erfurt |
2015-2017 | Wissenschaftliche Mitarbeiterin im BMBF-Projekt „Kinder_Kunst_Räume“ an der Universität Erfurt |
2014-2015 | Berufliche Tätigkeiten als Schulsozialarbeiterin an einer Grundschule in Halle-Neustadt |
2007 - 2013 | Tätigkeiten als wissenschaftliche Hilfskraft in folgenden Forschungsprojekten: "Zivilgesellschaft stärken. Handlungsstrategien gegen Rechtsextremismus im strukturschwachen ländlichen Raum" "Stand und Entwicklung des bürgerschaftlichen Engagements in Ostdeutschland/den neuen Bundesländern" "Educational Governance - kommunale Bildungslandschaften" "Evaluation der Ganztagsangebote in Brandenburg" und andere forschende Tätigkeiten: Erhebungsleiterin bei der NEP-Studie „Bildungsverläufe in Deutschland“ in Schulen in Sachsen-Anhalt“ Erhebungsleiterin bei der NEP-Studie „Bildungsverläufe in Deutschland“ in Kindertageseinrichtungen“ Erhebungsleiterin bei der NEP-Studie "Bildungsverläufe in Deutschland" in Sekundarschulen und Berufsschulen“ |
2006-2013 | Studium des Diplomstudienganges Erziehungswissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg |
Publikationen
Handschke, Diana (2019): Der weite (ganztäge) Bildungsbegriff als konzeptionelle Grundlage für eine jugendgerechte Bildung? Eine kritische Würdigung. In: Braun, Tom/Hübner, Kerstin (Hrsg.): Persepktive Ganztag?! Ganztägige Bildung mit kultureller Bildung kinder- und jugendgerecht gestalten. München: Kopaed-Verlag, S. (zus. mit Stefanie Schmachtel).
Vorträge
(11/2019): „Schulkind-Werden“ als schmerzhaftes Erlebnis? – ein ritual- und organisationstheoretischer Blick auf die Übergangsgestaltung der Organisation Grundschule. Vortrag auf der Internationalen Tagung „Going public? – Ethnography in Education and Social Work and its Publics". Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale). (zus. mit Gesine Nebe)
(9/2019): Zwischen Einblick und Ausschluss - Schulkind auf Probe. Zur Inszenierung des Übergangs vom Kindergartenkind zum Schulkind im Rahmen eines Kennenlern-Nachmittags. Vortrag im Rahmen der Tagung „Eine Schule für alle – 100 Jahre Grundschule – Mythen, Widersprüche, Gewissheiten. Universität Erfurt, Deutschland.
Dissertationsprojekt
"Übergang Kita - Grundschule: Vom (normalen) Kindergarten-Kind zum (normalen) Schulkind". (Arbeitstitel)
Betreuerinnen:
Prof.'in Dr. Johanna Mierendorff
Prof.'in Dr. Georg Breitenstein
Promotionsort:
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Pädagogik, Arbeitsbereich Sozialpädagogik/Sozialarbeit
Kurzbeschreibung:
Im Rahmen des Dissertationsvorhabens wird aus einer organisationstheoretischen und kindheitstheoretischen Sensibilsierung der Übergang zwischen Kindergarten und Grundschule fokussiert. Das unmittelbare Übergangsgeschehen in den jeweiligen Einrichtungen stellt dabei das Erkenntnissinteresse da, um der Forschungsfrage nachzugehen, wie im Übergang von der Kindertageseinrichtung in die Grundschule aus einem (normalen) Kindergartenkind ein (normales) Schulkind wird.
Mit einer ethnografischen Forschungsstrategie wurde das Übergangs-geschehen in zwei Kindertageseinrichtungen und einer Grundschule über 5 Jahre hin erhoben, wobei das letzte Kita-Jahr als sogenanntes 'Vorschuljahr' sowie die Schuleingangsphase (Klasse 1-2) beobachtet wurde. Neben teilnehmender Beobachtung der situativen und praktischen Vollzüge der beteiligten Akteur*innen - Erzieher_innen, Kinder und Lehrer_innen, etc. - wurden auch ethnografische Interviews durchgeführt und Artekfakte gesammelt.
Das Promotionsvorhaben knüpft an die Diskussion der reflexiven Übergangsforschung an, die den Übergang nicht als soziale Tatsache konzipieren und den methodologischen Institutionalismus kritisch hinterfragen. In diesem Sinne wird im Rahmen der Arbeit der Übergang als eine (trans-)organisationale Herstellungsleistung der Organisationen verstanden, der im Geschehen, in der Praxis der Akteur*innen gemacht bzw. organisiert wird und dabei das (normale) Schul-Kind hervorbringt. In dieser organisatonstheoretischen und praxistheoretisch sensibiliserten Perspektive (Engel 2022) wird sowohl die Herstellung als auch die unterschiedlichen Praktiken der Transorganisierens des Übergangs in den Fokus gerückt, innerhalb dessen der Transformationsprozess des Kindes (vom Kita-Kind zum Schulkind) vollzogen wird. Somit wird das unmittelbare Geschehen in den jeweiligen Einrichtungen (Kita; Grundschule) betrachtet. Diese Blickrichtung wird gleichzeitig mit performativitäts- sowie kindheitstheoretisch informierten Perspektiven verschränkt, um den Transformationsprozess des Kindsubjekts zu rekonstruieren. Somit erweitert sich der Fokus der organisationstheoretischen Überlegungen durch Sensibilisierungen in Bezug auf Subjektivierung/ Anerkennung (Butler), welche die pädagogische Organisation des ‚Übergangs‘ als Konstituierungsraum des (normalen) Schulkindes versteht. Diese Subjektivierungen (Ricken/ Kuhlmann) finden dabei im Rahmen der Anerkennbarkeit und der Normen der Anerkennung statt, die in die (sozialen) Ordnungen der Organisationen (Kita; Grundschule) eingeschrieben sind und die Funktion einer verschiebbaren Grenze zwischen normal und abweichend erfüllen. Die diskursiv gerahmten, umkämpften Normen bestimmen und ermöglichen welches Kind als ‚normales‘ Kita-Kind, das sich in Transformation zu einem ‚normalen‘ Schulkind befindet, (an-)erkennbar ist und positioniert sie zueinander, wodurch potenzielle „Risikokinder“ und "normalen Kinder" sichtbar werden, die den Wechsel scheinbar bewältigen. Somit finden Platzierungen, Positionierungen und Normierungen der kindlichen Akteure statt, die in der organisationalen Herstellung und Ausgeformung des ‚Übergangs‘ in spezifischer Weise vollzogen werden. Diese Herstellung und Ausformung wird als transorganisationaler Grenzraum analytisch gefasst, in der die gemeinsame aber dennoch getrennt vollzogene pädagogische Übergangsgestaltung rekonstruiert wird.
In der analytischen Figur des transorganisationalen Grenzraums wird nicht nur die Hervorbirngung des Kindes rekonstruiert sondern auch das (Trans-)Organiseren des Übergangs in seiner wolhfahrtstaatlichen Verwobenheit. Dieser Grenzraumen ermöglicht in einer weiteren analytischen Abstrahierung, die "Institutionalisierungen von Kindheit(en) als differenzierte Praktiken" (Eßer/Schöer) des Organisieren zu fokussieren. Im Sinne von Eßer und Schröer können "Kindheiten als sozialhistorische Institutionalisierungen in Folge differenzierter Praktiken des Organisierens" verstanden werden, "die einzelne Institutionen überschreiten, verbinden und teilweise auch gegeneinander abschließen." (2019, S. 124) Über diese kindheitstheoretische Rahmung werden nicht nur das Kind und seine organisationale "Bearbeitung" fokussiert, sondern auch die sozialhistorische Rahmung des Übergangsgeschehens in seiner transorganisationalen Verwobenheit zwischen den Einrichtungen und Insitutionen der Kindheit (Mierendorff 2013). Somit werden neben dem praktischen Vollzug des Übergehens zwischen den Einrichtungen auch institutionalisierte Regulierungen und Steuerungen der öffentlich organisierten Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern (Kita und Grundschule) sowie professions(politische) Debatten der unterschiedlichen Pädagogiken zur Übergangsgestaltung und die historische Thematisierung des Übergangs in die Analyse des transorganisationalen Grenzraums "Übergang Kita- Grundschule" einbezogen.
Fertigstellung der Dissertation Ende 2025