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DFG-Projekt

Erziehungswissenschaft im Bologna-Prozess. Strategien und leitende Orientierungen bei der Reform der Hauptfachstudiengänge

Das Forschungsprojekt stellt die Frage in den Mittelpunkt, welche Veränderungen mit der Hochschulreform im Zuge des Bologna-Prozesses für die deutsche Erziehungswissenschaft auf der Ebene ihrer institutionellen Organisation einhergegangen sind und wie sich dadurch das Erscheinungsbild der Disziplin verändert hat. Ausgangspunkt sollen dabei die erziehungswissenschaftlichen Hauptfachstudiengänge als zentrales Element der Rekrutierung eines disziplinbezogenen wissenschaftlichen Nachwuchses und damit der disziplinären Selbstreproduktion sein. In einem ersten Schritt soll auf der Basis einer Bestandsaufnahme aller in erziehungswissenschaftlicher Verantwortung angebotener Hauptfachstudiengänge sowie einer Kontrastierung dieser mit der Situation in der Soziologie die aktuelle Ausbildungslandschaft sowie die Spezifika des erziehungswissenschaftlichen Weges in diesem Reformprozess erfasst werden. In einem zweiten Schritt sollen die Standortbedingungen erhoben werden, unter denen die Einführung der neuen Studiengänge erfolgt ist, um der Frage nachgehen zu können, ob sich aus der unterschiedlichen Ausstattung der Standorte mit institutionalisiertem wissenschaftlichen Kapital (z.B. Personal, Drittmittel, Stellenwert des Fachs an der Hochschule) differente Umgangsweisen mit den Anforderungen des Reformprozesses ergeben. Ziel dieser beiden ersten Schritte ist die Darstellung des aktuellen Spektrums unterschiedlicher erziehungswissenschaftlicher Studienprogramme in Abhängigkeit von den Spezifika der jeweiligen Hochschulstandorte, die in einer entsprechenden Typologie münden soll. In einem dritten Schritt soll dann schließlich über vornehmlich qualitative Zugänge eine Rekonstruktion des Prozesses der Einführung der neuen Studienkonzeptionen an verschiedenen (typischen) Standorten vorgenommen und nach den disziplininternen und disziplinexternen Bedingungen ihrer Implementierung gefragt werden. Im Zentrum stehen dabei die Veränderungen im Vergleich zur Situation vor der Studienreform und die diese determinierenden Strategieprozesse und leitenden Orientierungen an den einzelnen erziehungswissenschaftlichen Hochschulstandorten.

Laufzeit:2014-2018

finanziert durch die DFG

This project mainly focuses on the question what kind of changes result from the Bologna Process. In particular: what are the consequences of this reform for Educational Science in the shape of their institutional organization and in which way it changed the appearance of this discipline. The objects of research are the education-scientific academic programmes at German universities considered as a key element in recruiting discipline-related academics and therefore the disciplinary self-reproduction. As a first step, a survey of ongoing study programmes of Educational Science has to be implemented. In addition, a comparison with sociological study programmes should be carried out to show whether the changes resulting from the academic reform are general or specific for Educational Science. A second step is to analyze the contextual conditions at the universities which accompanied the introduction of the new programmes. The aim of this step is to examine whether different endowment with institutionalized scientific capital (such as staffing, external funding or the status of the discipline at university) generates different ways to deal with the requirements of the reform process. These two first steps are intended to give an account of the current spectrum of Educational Science study programmes according to the specifics of different university settings and should result in a corresponding typology. The third and last step is based on qualitative research methods and focuses the reconstruction of the processes of implementation and their internal and external conditions. The changing processes and their underlying strategies and leading orientations should be reconstructed from a stakeholder perspective on different (typical) university settings. The very aim of the project is to reconstruct the internal and external factors that constitute the current situation of the institutional organization in Educational Science in the shape of their academic courses., On the one hand, it thus makes a significant contribution for the long-term monitoring of the discipline. And on the other hand, it highlights the dynamics embedded in the academic reform that might be responsible for a shift in the disciplinary power relations. Not least these can document themselves in the academic courses which are key elements of disciplinary self reproduction.

Publikationen

Grunert, Cathleen (2012): Erziehungswissenschaft im Spiegel ihrer Studiengänge. Die Studienreform und ihre Folgen für die Disziplin. In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft 15, H. 3, S. 573–596.

Grunert, Cathleen/Krüger, Heinz-Hermann (2015): Zanikanie granic pedagogicznej pracy zawodowej oraz rozwój modeli uniwersyteckiego kształcenia pedagogicznego w Niemczech (zus. mit Heinz-Hermann Krüger). In: Urbaniak-Zając, D./Piekarski, J. (Hrsg.): Akademickie kształcenie pedagogów w procesie zmiany. Perspektywy teoretyczne i doświadczenia absolwentów. Krakow: impuls, S. 27-54.

Grunert, Cathleen/Ludwig, Katja/Radhoff, Melanie/Ruberg, Christiane (2016): Studiengänge und Standorte. In: Koller, H.-C./Faulstich-Wieland, H./Weishaupt, H./Züchner, I. (Hrsg.): Datenreport Erziehungswissenschaft 2016. Opladen u.a. 2016, S. 19-70 Volltext   

Grunert, Cathleen/Ludwig, Katja (2016): Disziplinen im Wandel? Erziehungswissenschaft und Soziologie im Bologna-Prozess. In: Zeitschrift für Pädagogik (2016), H. 6, S. 886-908

Grunert, Cathleen/Ludwig, Katja (2016): Labels matter!? Erziehungswissenschaftliche Studiengänge in der Bologna-Reform. In: Bildung und Erziehung 69, (2016), H. 4, S. 449-466

Grunert, Cathleen/Ludwig, Katja (2016): Educational Science in Germany: Changes in the Mode of Studying and in the Status of the Discipline as a Result of the Bologna Reform. In: NAUKI O WYCHOWANIU. STUDIA INTERDYSCYPLINARNE 2, (2016), H. 3, S. 180-198.

Ludwig, Katja/Grunert, Cathleen/Hoffmann, Nora (2017): Herausforderungen rekonstruktiver Hochschulforschung am Beispiel der Studiengangsentwicklung in der Erziehungswissenschaft. In: Zeitschrift für Qualitative Forschung (ZQF), 2017, H. 1, S. 297-314.

Ludwig, Katja (2018): „Es war ein Ringen“ – Zum Umgang mit disziplinärer Heterogenität im Kontext der Entwicklung erziehungswissenschaftlicher Hauptfachstudiengänge. In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft (online first   ).

Grunert, Cathleen (2018): Was passiert mit der Erziehungswissenschaft? Zum Wandel des Hauptfachstudiums im Bologna-Prozess. In: Austermann, S./Kleppin, G./Kauder, P./Vogel, K. (Hrsg.): Strukturen der Erziehungswissenschaft – Erziehungswissenschaftliche Strukturen. Bad Heilbrunn: Klinkhardt (im Erscheinen).

Ludwig, Katja/Grunert, Cathleen (2018): „Über die Früchte […]“ der Bologna-Reform. Rekonstruktionen zur Gestaltung erziehungswissenschaftlicher Hauptfachstudiengänge zwischen Disziplin und Hochschule. In: Bers, C./Brauns, J./Horn, K.-P./Stisser, A./Vogel, K.: Wendungen und Windungen in der Erziehungswissenschaft. Empirische Studien. Bad Heilbrunn: Klinkhardt, S. 83-106.

Grunert, Cathleen (2019): „Was sind eigentlich die Ansprüche der Fachcommunity?“ Anforderungen an die Fachgesellschaft DGfE in der Gestaltung erziehungswissenschaftlicher Studiengänge. In: Erziehungswissenschaft (im Erscheinen).

Ludwig, Katja/Grunert, Cathleen (2019): Erziehungswissenschaft und pädagogische Handlungsfelder – Neue Verhältnisbestimmungen im Zuge der Bologna-Reform? In: Der pädagogische Blick, 2018, H. 3, (im Erscheinen)

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