Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Forschung

Laufende Forschungsprojekte

Lernen im bürgerschaftlichen Engagement. Evaluation von Service ­Learning-Aktivitäten und -Programmen im deutschen Bildungssystem

Mitarbeitende

Laufzeit:

01. Dezember 2018 - 31. Mai 2020 (Vorbereitungsphase), 01. Juli 2020 - 30. Mai 2024

Fördermittelgeber/in:

Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ/ https://www.fgz-risc.de/    )

Kurzfassung:

Das Forschungs- und Transferprojekt ist Teil des bundesweiten Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt FGZ) am Standort Halle (https://www.fgz-risc.de/wissenstransfer/alle-transferprojekte/details/HAL_T_02    ).

Gegenstand des Projektes ist das freiwillige Engagement von Schülern und Studierenden im Kontext von Schule und Hochschule. Bürgerschaftliches Engagement von Schülern und Studierenden im Sinne von Service Learning bedeutet einerseits schulisches und akademisches Lernen und anderseits die Auseinandersetzung mit und die Bearbeitung von konkreten gesellschaftlichen Aufgaben und Problemen. In Kenntnis des Ungleichheit begünstigenden deutschen Bildungssystems stellt sich damit die Frage, ob Lernen im bürgerschaftlichen Engagement von Schüler*innen und Studierenden entweder zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beträgt, keine entsprechenden Effekte zeigt oder sogar gesellschaftliche Desintegrationsprozesse verstärkt.

Im Untersuchungszeitraum sollen bestehende Service Learning-Aktivitäten und -Programme im Sinne einer formativen – prozessbegleitenden – Evaluation kontinuierlich evaluiert und mit den Beteiligten gemeinsam weiterentwickelt werden. Die Auswahl der Schulen und Hochschulen soll die Unterschiede im Bildungssystem berücksichtigen sowie der Spannbreite von großstädtischen, wirtschaftlich prosperierenden und von Zuwanderung geprägten bis hin zu strukturschwachen und von Abwanderung geprägten ländlichen Regionen Rechnung tragen. Die Evaluation umfasst qualitative und auch quantitative Erhebungsmethoden, wie insbesondere Gruppendiskussionen, Expert*inneninterviews, Fragebögen und Dokumentenanalysen.

Der wechselseitige Wissenstransfer zwischen Akteuren und Forschern, soll erstens die Akteure in die Lage versetzen, ihr Handeln wissensbasiert zu reflektieren und weiter zu entwickeln und es zweitens Forscher*innen ermöglichen, ihre empirischen Befunde fortlaufend zu aktualisieren sowie ihre Erhebungs- und Auswertungsmethoden weiterzuentwickeln. Als Praxispartner*innen sind u. a. die Stiftungen Aktive Bürgerschaft (Berlin) und Lernen durch Engagement (Berlin) sowie die Freiwilligenagentur Halle-Saalkreis e. V. und das Hochschulnetzwerk Bildung durch Verantwortung e.V. beteiligt.

Publikationen:

Backhaus-Maul, Holger/Jahr, David 2021: Service Learning. In: Schmohl, Tobias/Philipp, Thorsten (Hrsg.) 2021: Handbuch Transdisziplinäre Didaktik, Bielefeld: transcript, S. 288-299.

Organisiertes Engagement in Sachsen

Mitarbeitende

Laufzeit:

01.01.2020 bis 31. Oktober 2021

Fördermittelgeber/in:

Landeszentrale für politische Bildung Sachsen, Dresden

Kurzfassung:

Gegenstand der qualitativen Studie sind die vielfältigen Formen des gemeinschaftlich organisierten Engagements von Bürgern in Sachsen. Die Organisationsformen des Engagements reichen von behördlichen Strukturen, über Vereine bis hin zu selbstorganisierten Gruppen und Initiativen. Dieses organisierte Engagement wird vor allem auf lokaler und kommunaler Ebene unter je spezifischen Bedingungen im ländlich-städtischen und im großstädtischen Raum geleistet.

In der qualitativen Untersuchung wurden Experteninterviews mit ausgewählten Vertretern des organisierten Engagements sowie auch von Verwaltung und Politik auf Kommunalebene geführt. Um einen landesweiten Überblick über die Entwicklung des organisierten Engagements in Sachsen zu erhalten, wurden ergänzend auf Landesebene Expertinnen und Experten aus organisiertem Engagement und auch Ministerien befragt.

Insgesamt wurden im ersten Quartal des Jahres 2020 auf Landes- und Kommunalebene in Sachsen 32 Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Handlungsfeldern von Katastrophenschutz, Rettungswesen und Feuerwehr über Sport und Soziales sowie Migration und Flucht bis hin zu Kultur und Heimat mit leitfadenbasierten qualitativen Interviews jeweils rund eine Stunde zu

  • ihren Vorstellungen, Erfahrungen und Erkenntnissen mit organisiertem Engagement sowie
  • den von Politik und Verwaltung gesetzten Rahmenbedingungen in Sachsen befragt.

Ergänzend wurden mit ausgewählten Experten und Expertinnen vertiefende Gespräche zu spezifischen Themen der Studie geführt. In Kenntnis der Experteninterviews und -gespräche wurden thematisch einschlägige empirische Studien und Dokumente, wie etwa Selbstdarstellungen, Berichte und Förderprogramme, zur Situation und den Bedingungen des organisierten Engagements in Sachsen ausgewertet.

Die qualitative Studie erschließt das organisierte Engagement in Sachsen aus der Perspektive sowie anhand der Vorstellungen und Erfahrungen der interviewten Engagementexpertinnen und -experten. Die qualitative Studie wird ergänzt durch eine quantitative Studie von Jana Priemer und Holger Krimmer (Zivilgesellschaft in Zahlen/Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft) über Vereine als wichtigem organisationalen Teilbereich des organisierten Engagements.

Publikationen

Backhaus-Maul, Holger/Speth, Rudolf 2020: Bürgerschaftliches Engagement und zivilgesellschaftliche Organisationen in Deutschland; https://www.bpb.de/geschichte/deutsche-einheit/lange-wege-der-deutschen-einheit/47178/engagement   .

Backhaus-Maul, Holger; Hehl, Lina; Speth, Rudolf; Sydlik, Tim; Wolfradt, Louis (2021): Organisiertes Engagement in Sachsen. Eine explorative qualitative Studie, in: Sächsische Landeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Engagement in Sachsen. Wofür sich Menschen einsetzen und welchen Rahmen es braucht, Dresden, S. 43-83; https://www.slpb.de/fileadmin/media/Publikationen/Studien/Engagement/slpb-Studie-Vereine-in-Sachsen-web.pdf   .

Backhaus-Maul, Holger; Hehl, Lina; Speth, Rudolf; Sydlik, Tim; Wolfradt, Louis (2021): Im politischen Vakuum? Organisiertes Engagement in Sachsen. In: Blätter der Wohlfahrtspflege 168, Heft 3, S. 107-109.

Weiteres zum Projekt

Ehrenamt in der Krise? Freiwilliges Engagement in Sachsen: https://www.youtube.com/watch?v=2xrANZzAe14   

Engagement mit Zukunft! - Keynote ?Perspektiven aus der Wissenschaft?: https://www.youtube.com/watch?v=h9m3zcn_po8   

Empirische Nacherhebung im Sommer 2021:

https://www.ehrenamt-sachsen.de/assets/images/0/20210716_120915-36006e8d.jpg   

MDR KULTUR Spezial

https://www.mdr.de/kultur/radio/gespraech-soziologe-backhaus-maul-ehrenamt-100.html   

© Doreen Teichner/Ehrenamtsagentur Sachsen

© Doreen Teichner/Ehrenamtsagentur Sachsen

© Doreen Teichner/Ehrenamtsagentur Sachsen

Experteninterview  mit Martin Schmidt, Ehrenamtsagentur Sachsen,  am 15.07.2021 im Rahmen  der laufenden qualitativen Nacherhebung (vlnr.:  Martin Schmidt, Holger  Backhaus-Maul, Lina Hehl)


Abgeschlossene Forschungsprojekte

"Exit, Voice, Loyality - 0rganisierte Mitglieder in der Freien Wohlfahrtspflege"

In Deutschland werden öffentliche soziale Dienstleistungen größtenteils durch die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege und deren Mitgliedsorganisationen erbracht. Im empirisch angelegten Forschungsprojekt wird exemplarisch anhand eines Spitzenverbandes der Freien Wohlfahrtspflege auf Landesebene das Verhältnis zwischen Verband und Mitgliedsorganisationen im Hinblick auf Ausgründungsprozesse und Tendenzen einer schleichenden „Verbandsflucht“ untersucht.

Zunächst wird in Form einer Dokumentenanalyse das Verbandsregister im Hinblick auf derartige Phänomene untersucht. Forschungsleitend sind dabei die Fragen, welche Mitgliedsorganisationen Tochtergesellschaften gründen, in welchen Unternehmen Mitglieder des Dachverbandes beteiligt sind und in welchen Aufgabenbereichen derartige Phänomene verstärkt auftreten? In einem zweiten Schritt werden Expert*inneninterviews mit Führungskräften von Mitgliedsorganisationen, geführt, um die zugrundeliegenden Vorstellungen und Begründungsmuster zu erheben und zu analysieren.

Im Forschungsprojekt geht die Erziehungswissenschaftlerin Annkatrin Gack, BA, diesen Fragen nach.

Die Untersuchung wird mit Mittel des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland e.V. gefördert.


Students meet Society - Förderung der Integration von internationalen Studierenden und von Studierenden mit Migrationshintergrund durch
Engagement am Hochschulstandort

Projektleitung:

Dr. Holger Backhaus-Maul (MLU), Christine Sattler (Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V.)

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:

Leonore Grottker

Wissenschaftliche Hilfskraft:

Franziska Grieser
Marcus Andreas Nietzsch
Soni Shah

Laufzeit:

01. März 2016 bis 28. Februar 2019

Fördermittelgeber/in:

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Nürnberg) aus Mitteln des Bundesministeriums des Innern (Berlin)

Kurzfassung:

Im Mittelpunkt des forschungs- und transferorientierten Pilotprojektes steht das gesellschaftliche Engagement von Studierenden mit Migrationshintergrund (Bildungsinländern, EU-Bürgern und Drittstaatenangehörigen mit längerfristiger Aufenthaltsperspektive) und von internationalen Studierenden (Bildungsausländern); anerkannte Flüchtlinge kommen als weitere Zielgruppe hinzu.

In der ersten Projektphase werden eine (Sekundär-) Analyse vorliegender Studien zur Thematik sowie eine quantitative Untersuchung der Bedarfe von internationalen Studierenden und Studierenden mit Migrationshintergrund an der MLU mittels Print- und Onlinebefragebogen durchgeführt. Im Mittelpunkt der Erhebung stehen dabei Studien- und Lebenssituation, berufliche Perspektiven und "Bleibewunsch" sowie Engagementvorstellungen und –erfahrungen. Zudem werden explorative Interviews mit den thematisch zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Nonprofit-Organisationen zu ihren Erfahrungen mit den oben genannten Zielgruppen durchgeführt, um die Vorstellungen und Deutungen von Fachkräften zu erkunden und um organisationale Gelegenheitsstrukturen und Hemmnisse zu identifizieren.

In Form eines forschungsbasierten Wissens- und Erfahrungstransfers werden auf dieser Grundlage Studierende und Nonprofit-Organisationen auf ihre Zusammenarbeit vorbereitet und beratend unterstützt. Das Projekt zielt darauf ab, die gesellschaftliche Partizipation und Integration der genannten Zielgruppen während ihres Studiums zu unterstützen und ihre Verbleibperspektive in Deutschland nach erfolgreichem Studienabschluss durch Integration in die Gesellschaft im Allgemeinen und den Arbeitsmarkt im Besonderen zu verbessern.

„Students meet Society. Förderung der Integration von internationalen Studierenden und Studierenden mit Migrationshintergrund durch Engagement am Hochschulstandort“ wird in Kooperation zwischen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg/Philosophische Fakultät III – Erziehungswissenschaften und der Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V. durchgeführt und als Pilotprojekt forschungsbasierte Transfererkenntnisse generieren, die auch für andere Hochschulen und Nonprofit-Organisationen von Interesse und Bedeutung sind.

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