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Forschungsprojekte

Wissensgeschichte des Lernens Erwachsener im Volksbildungswesen

Das Langzeitforschungsvorhaben »Wissensgeschichte des Lernens Erwachsener im Volksbildungswesen« untersucht, wie Wissen über das Lernen Erwachsener entstand, zirkulierte und institutionelle Ordnungen, pädagogische Programme sowie Vorstellungen vom erwachsenen Menschen prägte. Im Zentrum steht die Frage, wie Erwachsene historisch als Lernende beobachtet, beschrieben und kategorisiert wurden und welche Formen des pädagogischen Handelns daraus hervorgingen.

Die Untersuchung arbeitet mit einem historisch-epistemologischen Ansatz. Dabei werden die Begriffe, Kategorien, Methoden, Evidenzformen und institutionellen Praktiken analysiert, durch die Lernen Erwachsener als Gegenstand von Wissenschaft, Politik, Verwaltung und pädagogischem Handlungsfeld hervorgebracht wurde. Im Schwerpunkt wird nach den historisch veränderlichen Bedingungen dessen gefragt, was als beobachtbar, erklärungsbedürftig und als gültiges Wissen anerkannt wurde.

Das Volksbildungswesen wird dabei als historisch wandelbares Feld verstanden, in dem unterschiedliche Vorstellungen von Lernen, Wissen, Sozialität und Erwachsensein aufeinandertrafen. Im Mittelpunkt stehen wechselnde Wissensregime, also Verbindungen von Begriffen, Theorien, empirischen Verfahren, institutionellen Routinen und Zielsetzungen. Sie bestimmten, welche Formen des Lernens und welche Gruppen sichtbar wurden, welche Erklärungen Geltung erlangten und was marginalisiert oder ausgeblendet blieb.

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Zirkulation des Wissens zwischen Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Praxis. Es werden daher vor allem Übersetzungs- und Rückkopplungsprozesse, in denen wissenschaftliche Konzepte, administrative Kategorien und pädagogische Erfahrungen verändert und für unterschiedliche Zwecke nutzbar gemacht wurden, untersucht.

Lernen Erwachsener im Volksbildungswesen wird bewusst weiter gefasst als die sogenannte organisierte Erwachsenenbildung. Neben Kursen, Vorträgen und Lehrgängen geraten auch Lektüre, Bibliotheksnutzung, kulturelle und wissenschaftliche Veranstaltungen, politische Beteiligung und Formen gemeinschaftlicher Selbstbildung in den Blick. Die Grenzen zwischen Lernen, Unterhaltung, Belehrung und Wissensvermittlung werden dabei selbst zum historischen Gegenstand.

In drei miteinander verbundenen Teilprojekten gliedert sich das Langzeitvorhaben:

___1 Geschichte der Volkshochschulen im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts

___2 Erwachsenenbildung als Wissenschaft

___3 Volksbildungsepistemologie – Zur Empirisierung im Volksbildungswesen im Deutschen Kaiserreich

Geschichte der Volkshochschulen im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts

Erwachsenenbildung als Wissenschaft

Volksbildungsepistemologie – Zur Empirisierung im Volksbildungswesen im Deutschen Kaiserreich

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