
Newsarchiv: Historische Erziehungswissenschaft
Jahr 2026
29.4.: Vortrag zu "Staatsfeinde. Rechte Subkulturen in Ostdeutschland"
20.04.2026: Vortrag von Stefan Wellgraf: Staatsfeinde. Rechte Subkulturen in Ostdeutschland - gestern und heute
Die im Sommersemester gemeinsam mit dem ZSB durchgeführten Halleschen Abendgespräche werden in diesem Semester in der Reihe (De-)Thematisierung von Ost | West Differenzverhältnissen in der erziehungswissenschaftlichen Forschung? fortgesetzt.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.
29.04.2026 18 Uhr s.t. | ZSB, Großer Besprechungsraum (UG), Franckeplatz 1, Haus 31 | Organisation: Jessica Dalljo & Marian Laubner
Woher kommt die rechte Gewalt im Osten? Seit den 1990er-Jahren heißt es immer wieder: Das ist eine Folge verinnerlichter autoritärer DDR-Strukturen. Stefan Wellgraf hingegen rückt aufmüpfige DDR-Jugendliche in den Mittelpunkt, die wegen ihrer antiautoritären Neigungen in Konflikt mit dem Staat gerieten und sich aus Protest rechten Subkulturen zuwandten. Auf Basis mehrjähriger Feldforschungen und Archivrecherchen untersucht er, wie Ressentiments gegen staatliche Eliten in Ostdeutschland entstanden sind und sich nach 1989 weiter verfestigten. Durch eine Rekonstruktion von Ost/West-Diskursen zeigt er zugleich, wie das dominante Bild von "Rechten im Osten" konturiert wurde und welche Perspektiven dabei außen vor blieben.
Vortrag von Kerrin von Engelhardt am 2.2.26
15.01.2026: Im Rahmen des Kolloquiums im Dr. Liselotte Kirchner-Stipendienprogramm finden am Montag den 2.2.2026 zwischen 14:30 und 18:00 Uhr zwei historisch-erziehungswissenschaftliche Vorträge statt. Zunächst wird Daniel Watermann über Alltag, Disziplin, Gemeinschaft – Räume und Praktiken der Internatserziehung in den Stiftungen sprechen. Im Anschluss wird dann Kerrin von Engelhardt vortragen zu "Reifwerden, Reifmachen und Reife-Prüfen" in den Stiftungen.
Die Veranstaltung findet im Neubauer-Saal, Haus 52 der Franckeschen Stiftungen statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Wenn Sie nicht vor Ort sind, können Sie auch über den folgenden Link teilnehmen.
Jahr 2025
"Die alte neue Welt – Eine filmische Zeitreise durch Geschichte und Utopie"
01.12.2025: Kerrin von Engelhardt stellt am 12. Dezember 2025 in der Reihe FilmDokument des Deutschen Historischen Museums den Dokumentarfilm "Die alte neue Welt" (DDR 1977, Annelie und Andrew Thorndike) vor. Der Film, der den Untertitel Eine filmische Weltbetrachtung trägt, bietet ein filmisches Panorama von der Entstehung der Erde bis zum Sozialismus der 1970er Jahre. Er entstand anlässlich des 60. Jahrestags der Oktoberrevolution und feierte 1977 seine Premiere in den DDR-Kinos. Bereits 1978 wurden mehrere Teile des Films als Unterrichtsfilme für die Schule ausgekoppelt.
17:30 Uhr, Zeughauskino im Pei-Bau des Deutschen Historischen Museums Berlin
Arbeit. Bildung. Ermächtigung? Neue Perspektiven auf die Bildungsgeschichte von Arbeiter:innen
01.11.2025: Die 4. Konferenz der German Labour History Association (GLHA) findet am 18.-20.11.2026 in den Franckeschen Stiftungen in Halle an der Saale statt und befasst sich mit der Bildungsgeschichte von und für Arbeiter:innen in sozial- und kulturgeschichtlicher Perspektive vom 19. bis zum 21. Jahrhundert.
Die Arbeiter- und Arbeiterinnenbewegung sowie die mit ihr verbundenen sozialen und politischen Bewegungen (wie Sozialdemokratie oder proletarische Frauenbewegung) waren immer auch Bewegungen, die im Kern versuchten, durch Bildung Selbstermächtigung und alternative politische Handlungsformen zu erreichen. Gleichwohl unterlag Bildung von oder/und für Arbeiter:innen in der sozialen und politischen Praxis stets divergierenden, gesellschaftlichen und individuellen Interessen. Die Tagung soll die Bildung von „Arbeiterinnen“ und „Arbeitern“ (in einem weiten Begriffsverständnis) mit einem Fokus auf die Verflechtungen von Arbeit, Bildung und Ermächtigung beleuchten. Im Zentrum steht die Frage, wie Arbeiter:innen nicht nur als Akteur:innen sozialer Bewegungen, sondern auch als Produzent:innen und Träger:innen von Ideen und Konzepten sichtbar gemacht werden können.
Hier geht es zum ausführlichen Call for Abstracts .
Die unergründlichen Werke des kollektiven Geistes. Psyche und Kultur
01.11.2025: Am 27. und 28. November trifft sich das DFG Netzwerk „Wissensgeschichten des unverfügbaren Selbst “, an dem auch Jens Elberfeld beteiligt ist, zu einem Workshop am Institut. In diesem Rahmen wird es zwei öffentliche Vorträge geben, zu denen alle Interessierten herzlich eingeladen sind. So spricht zunächst der Literatur- und Kulturwissenschaftler Maximilian Bergengruen, Professor an der Uni Würzburg, am 27.11. ab 14 Uhr über „Ödipus und der Rittmeister: Hofmannsthals ‚Reitergeschichte‘ (1899) als Verhandlung des metaphysisch Unbewussten“. Am selben Tag hält zudem Céline Trautmann-Waller, Professorin für Germanistik an der Pariser Sorbonne Nouvelle, einen Vortrag zu „Das Tagebuch der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg (August 1926-Oktober 1929)“. Die Veranstaltung findet im Trapp-Saal in Haus 5 der Franckeschen Stiftungen statt. Sie können sich aber auch online dazu gesellen mit dem folgenden Link.
Zum vollständigen Programm des Workshops.
Gemeinsamer Artikel erschienen
18.10.2025: In der aktuellen Ausgabe der renomierten Zeitschrift Paedagogica Historica. International Journal of the History of Education ist ein von Kerrin von Engelhardt und Jessica Dalljo zusammen mit zwei weiteren Kolleg:innen verfasster Artikel zur Darstellung des Kolonialismus in staatssozialistischen Bildungsmedien während des Kalten Kriegs erschienen.
Dalljo, Jessica, Kerrin von Engelhardt, Luis Kliche Navas, and Alexandra Piepiorka. 2025. “Addressing Colonialism and Coloniality in Postcolonial Socialist Contexts.” Paedagogica Historica, October, 1–25. doi:10.1080/00309230.2025.2551965.
Auftaktveranstaltung der Halleschen Abendgespräche mit Sabine Reh
16.10.2025: Sabine Reh: Bildungshistorische Forschung zur deutschen Bildungsgeschichte nach 1945.
Ost | West-Differenzverhältnisse in der Erziehungswissenschaft
In ihrem Vortrag wird die Bildungshistorikerin Sabine Reh ein Thema aufgreifen, dass gegenwärtig die Gemüter bewegt: Ist der Westen anders als der Osten Deutschlands oder der Osten anders als der Westen? Haben die Menschen hier andere Erfahrungen als dort gemacht? Entstehen Wahrnehmungen des Ostens und des Westens jeweils auch im wissenschaftlichen Sprechen darüber, in Adressierungen und Unterstellungen, wie sie hier vorgenommen werden?
Die Vortragende geht aus von Ergebnissen eines gerade auslaufenden, großen Forschungsverbundes zur Bildungsgeschichte der DDR. Untersucht wurden hier Bildungsmythen einer untergegangenen Diktatur, die auch nach dem Ende der DDR noch virulent sind - und damals wie vielleicht erst recht heute zu Widersprüchen einladen und zu Auseinandersetzungen herausfordern. Identifiziert wurden verschiedene Narrative und Bilder, denen eine große Bedeutung und teilweise auch ein hoher identifikatorischer Stellenwert zukam. Sie haben eine mythisierende Kraft, sie weisen oft über die DDR hinausgehende Traditionen auf und stellen eine Art von Verbindungsglied in einer längeren deutschen Bildungsgeschichte dar - und gleichwohl können sie Besonderheiten der DDR sichtbar machen. Zu solchen mythisierenden Elementen, die ihre Wirksamkeit auf unterschiedlichen Ebenen entfalten, zählen etwa die Idee einer „Bildung für alle“, die der „Wissenschaftlichkeit des Unterrichts“, Vorstellungen über Geschlechtergerechtigkeit oder das Bild einer „schönen Kindheit“. An einem kleinen Beispiel, dem der Vorstellung von „Schöpfertum“ und von einem „schöpferischen“ Individuum, wird in diesem Vortrag gezeigt, wie in der DDR ein ganz eigenes Narrativ von der „schöpferischen Tätigkeit“ entstand - dem die Realität nicht entsprach und das widersprüchliche Bezüge zum Kreativitätsdispositiv (Reckwitz) besitzt, das sich seit den 80/90er Jahren in Deutschland herausgebildet hat. Sichtbar wird, wie, mit welchen Fragen und Instrumenten - und auch: mit welchen epistemologischen Vorkehrungen - eine deutsche Bildungsgeschichte für die Zeit nach 1945 betrieben werden kann, die die DDR weder isoliert betrachtet, sie als Besonderes nicht perhorresziert, aber auch nicht „verharmlost“, noch als Fuẞnote erscheinen lässt. Vielmehr versteht sie diese als Bestandteil einer gesamtdeutschen Geschichte von Erziehung und Bildung nach 1945.
Stipendium für Jessica Dalljo
10.10.2025: Jessica Dalljo hat ein Promotionsstipendium der Gerda-Henkel-Stiftung erhalten. Seit dem 01. Juli 2025 dient es ihr zur Arbeit an ihrer Dissertation mit dem Arbeitstitel: "Solidarität ist Herzenssache" - Konstruktionen von Kindheit und Internationalismus in Kinderzeitschriften der DDR.
Neue Vertretungsprofessorin am AB
27.09.2025: Dr. Kerrin von Engelhardt wird die vakante Professur am Arbeitsbereich Historische Erziehungswissenschaft in den kommenden zwei Semestern vertreten. Kerrin von Engelhardt wurde 2013 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena im Fach Geschichte der Naturwissenschaften zum Thema „Zwischen Gelehrtenwissen und handwerklicher Praxis. Die Ausrichtung des mathematischen Unterrichts an Weimarer Schulen von 1770 bis in die 1830er Jahre“ promoviert. Zuvor studierte sie Freie Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar sowie Volkskunde/Kulturgeschichte, Philosophie und Kunstgeschichte in Jena. Von 2019 bis 2025 leitete sie eine Fallstudie zur Geschichte des schulischen Lehrfilms im Kalten Krieg im Rahmen des BMBF-Verbundprojekts „Bildungs-Mythen – eine Diktatur und ihr Nachleben“ an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Liebe Kerrin, herzlich willkommen in Halle!
Till Kössler wechselt an die Uni Köln
01.09.2025: Prof. Dr. Till Kössler wechselt zum 1.9.2025 von der MLU an die Universität zu Köln.
Lieber Till, wir danken dir für sieben schöne Jahre mit gemeinsamen Projekten, spannenden Kolloquiumsdiskussionen und einer von großem Vertrauen und freundschaftlicher Kollegialität geprägten Zusammenarbeit. Maach et joot!
Vortrag zu Schulstrafen
04.07.2025: Zum vorerst letzen Mal laden wir am kommenden Mittwoch, den 9.7.2025, zum Kolloquium Historische Erziehungswissenschaft ein. Als Gast dürfen wir Michael Rocher (Siegen/Halle) bei uns begrüßen. Er stellt sein aktuelles Forschungsprojekt unter dem Titel "Über das Aushandeln des Schulstrafens zwischen dem 18. Jahrhundert und dem frühen 19. Jahrhundert: Kontinuitäten und Neuformierungen" vor, dass sich auch mit der Geschichte der Franckeschen Stiftungen befasst. Wir treffen uns wie gewohnt um 18 Uhr c.t. im Trapp-Saal, Haus 5. Interessierte sind immer auch eingeladen, sich unter dem folgenden Link online dazuzuschalten.
Vorträge zur DDR
25.06.2025: Am kommenden Mittwoch, den 2. Juli 2025, werden wir gleich zwei Vortragende im Kolloquium Historische Erziehungswissenschaft begrüßen dürfen, die ihre laufenden Dissertationsprojekte zur Diskussion stellen. So spricht Christiana Steiner (Halle) zum Thema "Die Offene Arbeit Erfurt. Kirchliche Jugendarbeit in Erfurt 1980 bis 1988" und Henrike Schulze (Greifswald) zu "Sexualitätsdebatten im kirchlichen Kontext in der DDR". Wir richten die Veranstaltung diesmal zusammen mit dem Arbeitsbereich Kirchen- und Dogmengeschichte von Prof. Friedemann Stengel aus.
Wir treffen uns wie immer um 18 Uhr c.t. im Trapp-Saal der Franckeschen Stiftungen (Haus 5). Interessierte sind immer auch eingeladen, sich unter dem folgenden Link online dazuzuschalten.




